Aktuelle Ausstellung

Luft|Bild|Art

  • Brotweihe in Herxheim

25. August bis 29. Oktober 2017

 

Das Museum Herxheim wagt sich auf unbekanntes Terrain und macht eine exotische Neuentdeckung: In Verbindung mit archaeoflug präsentiert es erstmals eine Schau, die das Grenzland zwischen Wissenschaft, Fliegerei und Kunst betritt.

Gezeigt werden mehr als zwei Dutzend großformatige Bilder, die zu bersten scheinen von Formen, Farben und Strukturen. Entstanden sind sie in einem langen Prozess, an dem Fotokameras, Ultraleichtflugzeuge, Computer und viel menschliche Kreativität beteiligt waren. Roland Seidel, bei archaeoflug zuständig für Internetpräsentation und Computerrekonstruktionen, hat sie in vielen spielerischen Arbeitsgängen aus Fotografien geschaffen, die aus der Vogelperspektive aufgenommen wurden. Ausgangspunkt des Prozesses ist die Suche nach verborgenen Bodendenkmälern durch die digitale Bearbeitung der Luftbilder. Was „Luftbildarchäologie“ ist und kann, wird in der Ausstellung ebenfalls anschaulich gezeigt.

Einige Bilder erinnern an Rorschach-Tests und regen wie diese die Phantasie an – mancher Betrachter sieht darin Gesichter, Masken, Tiere… Andere können als digitale Form abstrakter Malerei angesehen werden. Einerseits kann jeder Betrachter, je nach eigener Prädisposition, darin etwas anderes sehen; andererseits sind es Vexierbilder, die bei jeder Betrachtung neu auf uns wirken, neue Assoziationen wecken. Wir können sie als Spiel von Figuren, Farben, Mustern, Spiegelungen und Wiederholungen sehen, wir können aber auch versuchen, die Ursprünge, das zugrunde liegende Luftbild zu erkennen und zu entziffern, was die Grundlage des Spiels bildet.

Roland Seidel ist mit diesen Bildern etwas gelungen, das ein Anspruch an Kunst sein sollte: einen hohen Abstraktionsgrad zu erreichen. Zugleich lassen sie ihren Ursprung erahnen: die historisch gewachsenen, in jüngerer Zeit aber stark genutzten Landschaften mit ihren vielen und vielfältigen im Boden verborgenen Denkmälern – vom vorgeschichtlichen Grabhügel bis zur römischen Villa. Letztlich wirken viele der entstandenen Strukturen auch fragil und können uns an die Verletzlichkeit der Landschaft und der historisch geschaffenen Erinnerungsorte darin erinnern.

Eröffnung am Freitag, 25.8., mit einer Vernissage - weitere Infos hier

Vortrag am Freitag, 6.10., 19 Uhr:

Im Buch der Landschaft lesen – Die vierte Dimension der Landschaft

Dr. Gerhard Ermischer, Archäologisches Spessart-Projekt – Institut an der Universität Würzburg

 

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Künftige Ausstellung

 

Stroh zu Gold. Historische Handspinngeräte

Eine kultur- und technikgeschichtliche Ausstellung

von Antje & Museum Herxheim

1. Dezember 2017 bis 29. Januar 2018

 

Die künftige Sonderausstellung im Museum Herxheim zeigt vorgeschichtliche Spinnwirtel und Fadenspulen, Geräte zum Brettchenweben und natürlich zahlreiche historische Spinnräder aus der Sammlung von Antje, die bereits mehrfach das Spinnen im Museum Herxheim vorgeführt hat. Die Besucher finden sich zunächst in einer „Werkstatt“ wieder, in der sie in Holzschuhe und Arbeitsschürzen schlüpfen und sich mit dem Schafscheren und der Holzbearbeitung, die für die Herstellung und Reparatur von Spinnrädern benötigt wird, befassen können. Sie bewegen sich durch Raum und Zeit und begegnen der Charkha, dem indischen Spinnrad, das in Gandhis gewaltfreier Unabhängigkeitsbewegung eine zentrale Rolle spielte, einem osmanischen Spinnrad und Webgeräten der Etrusker und Wikinger. Und sie geraten in eine biedermeierliche Spinnstube, in der die Frauen beieinander saßen und spannen.

Die Ausstellung zeichnet nicht nur einige technikgeschichtliche Stationen der Entwicklung von der Handspindel über das Spindelrad zum Flügelspinnrad und zur regionalen Vielfalt im 19. Jahrhundert nach, sondern gibt auch Einblicke in das Spinnen als typisch weibliche Tätigkeit und die wirtschaftliche und soziale Bedeutung, die das Spinnen von „Stroh zu Gold“ für die Frauen hatte.

 

Eröffnung am Freitag, 1. Dezember, ab 18 Uhr

in Anwesenheit von Antje

Musik: Donatella Abate