Kultplatz Herxheim

Der Kultplatz von Herxheim

Der Kultplatz von Herxheim
Der Kultplatz von Herxheim
Auffallend sind die zahlreichen Schädelkalotten

Ein in der europäischen Geschichte einmaliges Ereignis hat sich in Herxheim abgespielt. Was hier vor 7000 Jahren passierte, zeigt das Museum Herxheim. Es präsentiert die Funde der Ausgrabungen auf dem jungsteinzeitlichen Kultplatz in seiner Dauerausstellung.

Seit den 1990er Jahren wurden die Reste einer Siedlung der ältesten europäischen Bauerngesellschaft ausgegraben, der sogenannten "Linearbandkeramischen Kultur". Diese bandkeramische Siedlung war von einem doppelten Ring aus Gruben umschlossen. Immer wieder waren längliche Gruben angelegt worden, die sich überschnitten – so lange, bis sie zwei Ringgräben um das Dorf bildeten. In der letzten Phase der Siedlung, am Ende der bandkeramischen Kultur, ereigneten sich hier wahrhaft atemberaubende Totenrituale. Hunderte von menschlichen Körpern wurden zerlegt, ihre Schädeldecken abgetrennt, ihre Knochen zerschlagen. Reich verzierte Gefäße wurden zerbrochen, ebenso Tierknochen und Steingeräte. Alles gelangte schließlich in die Gruben und blieb 7000 Jahre lang mit Erde bedeckt. Ein einmaliger Befund, nicht nur für die Zeit der Linearbandkeramik!

Während das Erdgeschoss des Museums Einblicke in Leben und Wirken der Bewohner der Siedlung bietet, zeigen im Keller die Experten des Forschungsprojekts Herxheim die sensationellen Funde und ihre Ergebnisse zur Geschichte des Kultplatzes und des Totenrituals von Herxheim. An verschiedenen Stationen können Sie selbst Hand anlegen und Messer und Töpfe der Steinzeit ausprobieren oder am Computer tiefer in das Geschehen  zur Zeit der ersten Bauern Europas eintauchen.