Sonderausstellungen 1998-2010

Glockenbecher 2009
Der richtige Dreh (Ausstellung 2010)
Glockenbecher (Ausstellung 2009)
Überflogen (Ausstellung 2002)

 

2010   Der richtige Dreh - Eine kleine Kulturgeschichte der Zigarette

Sonderausstellung 18. Juli bis 24. Oktober 2010

Konzeption: Dr. Ullrich Brand-Schwarz und U. H. Stock

Zigarettenpapier sind Gebrauchsgegenstände, die üblichweise wenig Beachtung finden. Aber mit diesen Papieren lassen sich Geschichten erzählen über Exotik, Geschlechterbilder, kriegsbedingten Mangel usw.

2010   Die Viktoria und Mädchen- und Frauenfußball in Herxheim

1971 begann in Insheim und 1977 in Herxheim die Ära des Frauenfußballs. Die Ausstellung erzählte erfolgreiche und spannende Fußballgeschichte(n) aus Herxheim. Wer weiß noch, dass Rosi Eichenlaub 1983 in der ersten Frauennationalmannschaft spielte, oder Beate Mayer, auch eine Spielerin aus Herxheim, mit ihrer Mannschaft TuS Niederkirchen 1993 Deutsche Meisterin wurde?

Konzeption und Recherche: Rosa Tritschler, Frauenbeauftragte VG Herxheim

2009   Um 1700: Schuh, Schutz und Kindheit. Geschichte und Geschichten rund um den ältesten Kinderschuh aus Herxheim

Sonderausstellung vom 20. November 2009 bis 28. Februar 2010

Konzeption: Dr. Ullrich Brand-Schwarz

Im Dezember 1996 wurde bei Renovierungsarbeiten im Haus Burggasse 6 unter dem Holzdielenboden im ersten Stock ein kleiner Schuh geborgen. Er wurde wohl um 1750 für ein Kind von vielleicht zwei Jahren angefertigt. Anhand des Schuhs lassen sich Geschichten über Kindheit und Familie, über Mode und Kleidung, aber auch über Gründe für seine Deponierung unter einem Zimmerfußboden vor 250 Jahren erzählen.

2009   Prunkbecher für die Toten. Gräber der Glockenbecherkultur aus der Pfalz und Rheinhessen

Sonderausstellung vom 26. Juni bis 31. Oktober 2009

Konzeption und Recherche: Dr. Andrea Zeeb-Lanz / GDKE Direktion Landesarchäologie Speyer

Die "Glockenbecherkultur" ist eine faszinierende archäologische Erscheinung, die zwischen 2600 und 2200 v.Chr. von Spanien über Frankreich und Großbritannien bis nach Mitteleuropa reicht. Die Träger dieser Kultur bestatten ihre Toten mit aufwändig hergestellten und verzierten glockenförmigen Keramikbechern. Auch Pfeile und die ersten Kupferdolche werden in die Gräber mitgegeben. Männer und Frauen werden nach einem streng unterschiedenen Totenritual beigesetzt. Die Ausstellung rekonstruiert einige dieser Gräber, die in der Pfalz und Rheinhessen ausgegraben wurden.

2008   Im Strom der Zeit– 100 Jahre Elektrizität in Herxheim

1908 brannte die erste Glühbirne in Herxheim. 1928 kaufte die Ortsgemeinde Herxheim für 115 00 Goldmark das Ortsnetz, um die Energieverteilung in Herxheim mit einem kommunalen Stromnetz selbst zu übernehmen. Und das ist heute noch so! Durch die Gemeindewerke Herxheim steht den Kunden heute ein leistungsfähiges Versorgungsnetz zur Verfügung, ein Baustein im europaweiten Stromnetz.

Konzeption und Recherche: Anne Müller, Dr. Andreas Imhoff, Archiv der VG Herxheim im Auftrag und in Zusammenarbeit mit den Gemeindewerken Herxheim

2004/2005   Herxemer Schick 1900-2000, Kleidergeschichten von der Nähstube zur fashion-Kolonie

Zur Einweihung des Waldfreibades 1939 hat sich die Herxheimerin ihren Bikini selbst geschneidert.
Welche Geschichte steckt hinter dem Brautkleid aus Fallschirmseide von 1947?
Wie sah das kleine Schwarze aus, das die Herxheimerin in den 60ern trug?
Und Wiedekind? Wann kam diese Firma nach Herxheim und hat für Deutschlands Frauen die ersten stylischen Steghosen produziert?
Die Ausstellung spürte dem persönlichen Kleidungsstil von Herxheimern und Herxheimerinnen nach und erzählte damit aber noch mehr: ein Jahrhundert Zeitgeschichte.
Konzeption und Recherche: Rosa Tritschler, Anne Müller

Projektgruppe: Anni Lang, Christel Adam, Marlene Korbstein, Inge Eck
in Zusammenarbeit mit dem Herxheimer Heimatverein und dem Archiv der VG

2002   Eingemachtes – Frauen und ihre Lebensrezepte

„Jetzt geht’s ans Eingemachte!“ Ein Motto aus dem täglichen Sprachgebrauch war Inspiration für das Konzept der Ausstellung. Ans Eingemachte gehen, Wahrheiten aussprechen, Klarheiten herstellen, etwas für später aufbewahren, für die Nachwelt erhalten, konservieren.
Eine Ausstellung der Frauenbeauftragten aus dem Landkreis Peine über 14 Frauen und ihre Lebensrezepte war Ideengeberin. Das Konzept wurde auf Herxheim übertragen, und fünf Frauen zwischen 19 und 90 Jahren aus den fünf Orten der Verbandsgemeinde erzählten aus ihrem Leben.

Konzeption und Recherche. Rosa Tritschler, Frauenbeauftragte VG Herxheim

2002   Überflogen – Herxheim Das Dorf in den Fünfzigern

Luftbildaufnahmen aus dem Jahr 1958 waren die Grundlage für diese Ausstellung. Die Bilder waren für alte Herxemer willkommener Anlass die Erinnerung wieder scharf zu stellen, für Hinzugezogene die Möglichkeit, den Lebensort mal aus einer anderen Perspektive kennen zu lernen.
Wo der Schornstein einer Ziegelei geraucht hat, nisten heute Störche.
Wo im Ochsen die Spielkarten gemischt wurden, wird heute die Scheckkarte in den Geldautomaten gesteckt.
Wo der Bockschlorum gefeiert wurde, ist heute die Bühne des Chawweruschtheaters.
Wo die Bauern mit ihrem Vieh in den faselstall gingen, stehen heute die Einsatzwägend er Feuerwehr
Wo der Tabakschuppenstand, befinden sich heute Maisonettewohnungen.

Konzeption und Recherche: Dr. Andreas Imhoff, Anne Müller, Rosa Tritschler, Archiv der VG Herxheim und Herxheimer Heimatverein.

2001   Topflappen und andere Wunder – aus der Sammlung von Elke Pries

Die Bremer Künstlerin Elke Pries wollte mit ihrem Ausstellungskonzept Kunst und Alltag verknüpfen. Und es ist ihr eine vergnüglich-nachdenkliche Schau gelungen: über 500 Topflappen aus allen Zeiten und in allen Farben zogen die Besucher/innen in Bann.
Die Wahrnehmung einer kulturellen Banalität – der Topflappen, ermöglichte einen humorigen Blick auf künstlerische Absurditäten des Alltags. Und manche Herxheimerinnen gerieten beim Gang durch die Ausstellung in einen lebhaften Austausch über die fast vergessene Handarbeitstechnik des Häkelns.

Organisation: Rosa Tritschler, Frauenbeauftragte

2000   Gerät Maschine Mensch in der Zeitbegegnung

Die Begegnung mit einem historischen Gegenstand ist immer eine Zeit-Begegnung. Die betrachtende Person hat als Hintergrund die eigene gegenwärtige Zeit, und der historische Gegenstand birgt das Bewusstsein und den Erfahrungsschatz einer früheren Epoche.
In Rauminstallationen oder Fotografien wurden alte historische Gerätschaften aus dem Fundus des Herxheimer Heimatvereins ihrem heutigen Pendant gegenübergestellt.
Konzeption, Gestaltung: Ildiko Dewes Demmerle, Anette Marquardt, Rosina Fritsch von der Gruppe Villa Design, Kunstschule Villa Wieser Herxheim.

Organisation: Rosa Tritschler in Zusammenarbeit mit dem Herxheimer Heimatverein.

1999/2000   … und hat ein palastähnliches Schulhaus … - 175 Jahre altes Schul- und Gemeindehaus Herxheim

… ein palastähnliches Schulhaus …, dies stellte August Becker in „Die Pfalz und die Pfälzer“ 1857 fest. Das Alte Herxheimer Schulhaus – heute ist noch ein Teil der Fassade, der sogenannte Mittelrisalt erhalten – hatte die unauffällige Eleganz eines preußischen Palais. Nicht ohne Grund, denn Johann Friedrich Samuel Schwarze ist der Erbauer des ehemaligen alten Schulhauses in Herxheim. Schwarze war Schüler des Berliner Architekten Fridrich Gilly, und dieser gilt als einer der Väter des modernen Theaterbaus.
Auch sonst birgt das Alte Schulhaus spannende Geschichten, von Anfang bis zu seinem Ende: Der Widerstand gegen das neue Schulhaus 1824 war beträchtliche. Die Bittschrift nach Speyer gegen den Schulhausneubau wurde von 500 Bürgern unterschrieben. Und 1975 bei der Frage Abriss oder Restauration? Ein Großteil der Herxheimer und Herxheimerinnen haben ihr ‚Altes Schulhaus‘ verteidigt. Wieder eine Bürgerinitiative mit über tausend Unterschriften. Diesmal wollten sie ihr Schulhaus behalten. Es wurde dennoch abgerissen.

Konzeption Recherche: Dr. Andreas Imhoff, Anne Müller, Rosa Tritschler, Archiv der VG Herxheim, Herxheimer Heimatverein.

1998/99   Von der Wiege bis zur Bahre – weibliche Lebengeschichte(n) gespiegelt in der Geschichte des Josefsheims

Suppenküche, Kinderbewahranstalt, Nähschule, Waisenheim, Kranken- und Armenhaus, Behindertenheim, Wöchnerinnenstation - und heute das Altenzentrum St. Josefsheim.
Geschichten und Lebensgeschichten spannen sich um dieses Hauses im Zentrum von Herxheim, vor allem auch weibliche Lebensgeschichten.
Die ersten Frauen, welche im ‚Armenhaus‘ soziale Arbeit leisteten waren Schwestern, sie kamen 1855 aus Niederbronn und trugen noch französische Namen wie Flavie, Sevère und Roberte.
„Von der Wiege bis zur Bahre“ war übrigens die erste Ausstellung überhaupt, welche in den provisorischen Räumen des damals ‚zukünftigen‘ Museums Herxheim gezeigt wurde.
Projektgruppe mit Anni Lang, Anne Müller, Petra Bibus, Gerlinde Arens, Gudrun Heller-Meszar, Regina Beuscher, Miriam Beuscher,

Leitung: Rosa Tritschler, Frauenbeauftragte
Projektberatung: Ingrid Bürgy-de Ruijter