„Das besondere Objekt“ | Aktuell

Tracht und Schmuck vor 3500 Jahren

Beinberge aus Bronze aus dem Mittelbronzezeitlichen Grab
Beinberge aus Bronze aus dem Mittelbronzezeitlichen Grab
Repliken von Torsten Seifert

Eine „reiche Frau“ aus der Bronzezeit in Herxheim

 Präsentation der Funde beim "Tag der Herxheimer Archäologie 2016" - Opens internal link in current windowInfos hier

Bei den Ausgrabungen im Gewerbegebiet West in Herxheim wurde im Jahr 2013 ein Grab entdeckt, in dem eine Frau mit mehreren Schmuckstücken beigesetzt worden war.

Mit Hilfe des Schmucks kann die Bestattung in die Mittlere Bronzezeit (1600–1300 v. Chr.) datiert werden. In dieser Epoche beherrschen die Menschen in allen Regionen Mitteleuropas den Bronzeguss. Um die notwendigen Rohstoffe – Kupfer und vor allem das seltene Zinn – einzuführen, mussten sie weiträumige Handelsbeziehungen unterhalten. Am Ende dieser Epoche wurde auch der berühmte Goldhut von Schifferstadt vergraben.

Im Süddeutschland spricht man von der Hügelgräber-Bronzezeit, da über den Gräbern meist ein kleiner Hügel errichtet wurde. Frauen wurden oft mit Schmuck bestattet, gelegentlich aber auch mit Waffen (Schwerter, Dolche). Dabei lassen sich Unterschiede zwischen Reicheren und Ärmeren feststellen, aber auch regionale Unterschiede: In bestimmten Regionen waren „Trachten“ üblich, also regelhaft miteinander kombinierte Schmuckstücke.

Die Pfalz bildete dabei offenbar ein Bindeglied zwischen dem elsässischen „Trachtkreis“ und der Rhein-Main-Gruppe. Dies zeigt sich auch bei der Frau aus Herxheim: Sie trug eine Kette aus Bernstein- und Tonperlen am Hals, zwei Radnadeln zum Verschließen eines Umhangs, zwei Armspiralen und zwei sogenannte Beinbergen. Dieser Beinschmuck entspricht in Form und Verzierung jenem im Elsass, die Radnadeln dagegen sind typisch für die Rhein-Main-Gruppe. Ähnlich ausgestattet war aber auch eine Frau aus dem Raum Heilbronn.

Wie zuvor in der Steinzeit wurden Stoffe auf senkrecht stehenden Webstühlen gewebt, wobei die Kettfäden an Webgewichten aus Ton hingen. Verwendet wurden Leinen und Schafwolle. Da die Beinbergen wohl nicht unter einem langen Rock verborgen werden sollten, trugen die Frauen vermutlich höchstens wadenlange Röcke oder Leggings und die Beinbergen darüber. In anderen Regionen zeigen Bronzeröllchen, -spiralen usw. im Kopfbereich, dass sie auch Kopftücher, Hauben oder ähnliches trugen.

6. März 2016 - 24. April 2016

Mitmachen

Das Museum Herxheim hat nicht nur Dauer- und Sonderausstellungen, die von Wissenschaftlern und Museologen zusammengestellt werden. Das Museum Herxheim bietet auch Gelegenheiten zum Mitmachen!

Das Besondere Objekt

Mehrmals im Jahr zeigen wir in einer Sondervitrine ein "Opens internal link in current windowBesonderes Objekt" aus der Archäologie und Kulturgeschichte unserer Region. Gezeigt wurden z.B. ein römischer Glaskrug aus einem Urnengrab und ein Modell eines Tabakschuppens. Machen Sie uns Vorschläge, schicken Sie Bilder oder kommen Sie vorbei und erzählen uns, was wir als neues "Besonderes Objekt" präsentieren können!

Lange Nacht der Steinzeit

Was haltet Ihr von einer Taschenlampenführung im dunklen Museum? Das könnt Ihr erleben bei der "Opens internal link in current windowLangen Nacht der Steinzeit". Wir lesen manchmal auch eine packende Geschichte aus der Steinzeit. Oder wir backen Fladenbrot auf Steinzeitart. Und Ihr könnt mir helfen ein Rätsel zu lösen, und wenn Euch das gelingt, bekommt Ihr einen Preis. Und und und...

Macht mit: Wenn Ihr noch andere Ideen habt, was Ihr als Entdecker und Forscher bei der Langen Nacht machen wollt, dann meldet Euch bei uns!

Wann die nächste Lange Nacht der Steinzeit stattfindet, erfahrt Ihr hier!

Kontakt: Im Museum Herxheim oder unter 07276 / 502477 oder gramsch@museum-herxheim.de.