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26.03.2019 13:35 Alter: 25 days

Vortrag: Archäologie der Pest vom Neolithikum bis zur Neuzeit

Wir laden herzlich ein zum spannenden Abendvortrag von Prof. Dr. Doris Gutsmiedl-Schümann MHEd. Am Freitag, den 5. April um 18 Uhr im Museum Herxheim.


"In den letzten Jahren haben archäologische Studien zu individuellen Lebensbedingungen, Krankheiten und Todesursachen insbesondere durch die immer weiter entwickelten Methoden der Paläoanthropologie, Paläopathologie und Mikrobiologie einen Aufschwung erlebt. Dadurch wurden zum einen an archäologischem Material tiefergehende Kenntnisse über Krankheiten und die Entwicklung von Krankheitserregern gewonnen, zum anderen lassen diese neuen Erkenntnisse manchen archäologischen Befund in einem anderen Licht erscheinen, und führen zu neuen Interpretationen altbekannter Phänomene. Entsprechend hoch ist auch die mediale Aufmerksamkeit, die diesen archäologischen Funden und Befunden zuteil wird. Besonders gut lässt sich dies am Beispiel der Pest und des Pesterregers yersinia pestis zeigen.

Die Pest war zunächst vor allem aus schriftlichen Überlieferungen bekannt. Nach diesen Texten wird traditionell von drei großen Ausbrüchen ausgegangen: Die Justinianische Pest des frühen Mittelalters, der Schwarze Tod des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit, und die Hong-Kong Pest des 19. Jahrhunderts. Im archäologischen Befund war die Pest weitaus schwieriger nachzuweisen. Durch moderne naturwissenschaftliche Methoden ist es nun möglich, in einigen, bislang als nicht weiter auffällig eingestuften Gräbern und Grabfunden die Anwesenheit der Pest eindeutig zu belegen – nicht nur in jenen Zeiten und Gegenden, die bereits aus den schriftlichen Überlieferungen bekannt waren, sondern bereits bedeutend früher und außerhalb des traditionell angenommenen Verbreitungsgebiets der Pest. Die ältesten derzeit bekannten Befunde stammen derzeit etwa aus spätneolithischen und bronzezeitlichen Kontexten.

Dieser Abendvortrag soll Sie mitnehmen auf eine Zeitreise, in der wir uns anhand archäologischer Funde und Befunde aus unterschiedlichen Zeiten und Gegenden damit beschäftigen, wie unterschiedlich die damaligen Menschen auf die immer wieder auftretende Krankheit reagiert haben."

Der Eintritt ist frei.

Beschreibungstext: Prof. Dr. Doris Gutsmiedl-Schümann MHEd.
Bildnachweise (von links oben nach rechts unten): McCormick 2015, Fig. 1; https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/NRZ/EM/Aufnahmen/EM_Tab_Pest.html; Feldman et al. 2016, Fig. 1; https://www.mpg.de/11027511/shh_jb_2017