Der Mensch und der Wald: Wandel des Naturraumes

Ausbreitung der Baumarten nach der Eiszeit
Ausbreitung von Strauch- und Baumarten über Europa vom Rückzug der Eiszeitgletscher bis zum Ende des Neolithikums (Grafik: S. Steigerwald, (c) Museum Herxheim).

Der Naturraum begann sich bereits vor dem Opens internal link in current windowNeolithikum stark zu wandeln. Dafür waren zunächst die Veränderung des Klimas, ab der Jungsteinzeit auch die Eingriffe der Menschen verantwortlich.

Nach dem Ende der letzten Eiszeit um 9600 v. Chr. haben sich nach und nach wärmeliebende Pflanzen aus dem Mittelmeerraum nördlich der Alpen verbreitet (Klimastufe des Boreal). Zunächst entstehen „Pionierwälder“ aus Birke und Kiefer. Ab etwa 9200 v. Chr. wandern Hasel, Ulme, Eiche, Ahorn, Linde und Esche nach Norden und verdrängen die „Pionierwälder“. In der Zeit von etwa 7000 bis 4000 v. Chr. (Klimastufe: Atlantikum) lagen die Durchschnittstemperaturen sogar etwa 1-3 Grad höher als heute. Das Atlantikum gilt deshalb als „Klimaoptimum“. Während der gesamten Zeit der Opens internal link in current windowBandkeramik (5600-5000 v. Chr.) herrschte ein vorwiegend feuchtwarmes, maritimes Klima vor.

Um ca. 7000 v. Chr. ist der Naturraum des Oberrheingrabens durch Laubwald geprägt mit vielen Linden und Eichen, aber auch Ahorn und Ulmen und in feuchten Standorten wie Auen verstärkt Erlen und Eschen. Die Tanne wandert erst etwa 1000 Jahre später von Süden her ein und bevorzugt Mittelgebirgslagen über 500 m. Die Buche breitet sich erst langsam, über mehrere tausend Jahre, im Raum nördlich der Alpen aus, offenbar begünstigt durch die Eingriffe des ackerbautreibenden Menschen wie z.B. Rodungen und Opens internal link in current windowWaldweide. Im Oberrheingraben tritt die Buche in nennenswertem Umfang erst ab der Endphase der Jungsteinzeit auf.

Daten über das Vorkommen und die Verbreitung von Pflanzenarten können mit Hilfe der Palynologie, also der Pollenkund, gewonnen werden. Dafür werden beispielsweise Erdproben im Rahmen archäologischer Ausgrabungen oder bei Bohrungen in Mooren genommen. Die in dieser Erde überlieferten Pollen können uns Auskunft darüber geben, welche Pflanzen in der Nähe der Entnahmestelle der Probe wuchsen. So können Veränderungen der Umwelt und der Einfluss des Menschen häufig gut nachvollzogen werden.