Der Mensch und seine Ernährungsweise: Isotopenuntersuchungen

Untersuchung von Isotopen aus Tierfetten
Anteil verschiedener Tierfette (Rind, Schaf/Ziege, Schwein) in den untersuchten Proben von drei Fundstellen in Großbritannien. Die unterschiedlichen Verhältnisse der Kohlenstoff-Isotopen zeigen, von welchem Tier die Fette stammen und ob sie aus der Milch oder dem Fleisch gewonnen wurden (aus: Mukherjee et al. 2005, 90 Fig. 15).

Mithilfe der Untersuchung von Isotopen in Knochen und Zähnen aus archäologischem Kontext können wir unter anderem Rückschlüsse auf die Ernährung einzelner Menschen, aber auch Tiere ziehen.

Isotope sind Atomarten eines Elements, die die gleichen chemischen Eigenschaften haben. Nur die Anzahl ihrer Neutronen im Kern und somit ihre Masse unterscheidet sich. Sie werden stabil genannt, wenn sie nicht radioaktiv sind, also nicht zerfallen.

Stabile Isotope der Elemente Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Strontium, Wasserstoff und Schwefel werden im archäologischen Kontext untersucht. Dafür werden Proben aus Knochen und Zähnen genommen, weil sie die chemische Zusammensetzung der Nahrung von Menschen und Tieren zeigen. Sie spiegeln teilweise auch das Klima oder die Zusammensetzung des anstehenden Gesteins wider, auf dem Opens internal link in current windowMensch und Tier lebten. Außerdem können organische Reste aus Keramikfunden untersucht werden und Hinweise darauf geben, welche Nahrungsmittel in den Gefäßen einst aufbewahrt oder gekocht wurden.

Je nachdem, wie sich die Ernährung eines Menschen zusammengesetzt hat, ergibt sich beispielsweise ein bestimmtes Verhältnis zwischen den Kohlenstoff-Isotopen 12C und 13C in der untersuchten Probe. Eine Ernährung mit viel Fisch oder Algen oder anderen marinen Ressourcen kann dazu führen, dass der 13C-Anteil in der Probe im Verhältnis zum 12C-Anteil relativ hoch ist. Ein hoher Fleischkonsum ist an einem größeren Anteil des Stickstoff-Isotops 15N im Verhältnis zu 14N erkennbar. So weisen die Untersuchungen in Herxheim auf einen hohen Konsum von Fleisch hin.

Wird zusätzlich zu den Isotopenverhältnissen auch noch die Art der Fettsäure untersucht, kann teilweise sogar nachgewiesen werden, ob beispielsweise Fett aus der Opens internal link in current windowMilch oder dem Fleisch einer Tierart gewonnen und verwendet wurde.

 

Abb. aus: A. Mukherjee/M. S. Copley/R. Berstan/K. A. Clark/R. P. Evershed, Interpretation of Delta-13C values of fatty acids in relation to animal husbandry: food processing and consumption in prehistory. In: J. Mulville/A. K. Outram (ed.), The Zooarchaeology of Fats, Oils, Milk and Dairying. Proceedings of the 9th ICAZ Conference, Durham 2002 (Oxford 2005) 77-93.